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Baja California Sur

Laguna Oje de Libre, Baja California Sur

 

 

 

 

 

 

 

 

Februar 2026

Wir verabschieden uns von Regula, Philipp und Torsten und machen uns auf den Weg Richtung Los Cabos. Die Idee: einmal um die Südspitze fahren und die Wartezeit auf unser Radlager sinnvoll nutzen. Ein kleiner Tapetenwechsel würde uns guttun – dachten wir zumindest.

Schon bald entdecken wir einen traumhaften Platz direkt am Strand. Weißer Sand, türkisblaues Wasser, kaum Menschen – genau unser Ding. Hier wollen wir über Nacht bleiben. Der einzige Haken: Um dorthin zu gelangen, müssen wir unter einer Brücke hindurch. Die Durchfahrt ist mit 3,50 m angegeben. Unser Fahrzeug misst mit Dachboxen 3,20 m. Also fahre ich ganz entspannt los – passt ja locker!

Tja. Und dann passiert es.

Mit einem Schlag reiße ich mir alle drei Dachboxen vom Dach. Eine wird komplett zerstört, die beiden anderen hängen nur noch an jeweils einer Schraube. Ich kann es kaum fassen. So ein Ärger! Die Lust auf Cabo San Lucas ist schlagartig verflogen. Ich bin völlig aufgelöst. Wir sammeln unsere Trümmer ein und fahren stattdessen auf einen – ziemlich überteuerten – Campingplatz.

Die Nacht verbringe ich fast schlaflos. Zu viel Adrenalin, zu viele Gedanken. Am nächsten Tag retten wir, was noch zu retten ist, und beginnen mit der Reparatur. Doch als wäre das nicht genug, verabschiedet sich auch noch unsere Wasserpumpe komplett. Diagnose: Totalschaden. Die Hoffnung, sie sei nur mit Sand zugesetzt, können wir schnell begraben – ein Kabel ist komplett gebrochen. Zum Glück haben wir eine Ersatzpumpe dabei. Der Einbau ist allerdings eine echte Fummelei. Unter der Sitzbank ist es so eng, dass man kaum den Schraubenzieher ansetzen kann.

Mit wieder befestigten Dachboxen fahren wir zurück nach La Paz auf den Campground Maranatha. Unser Radlager soll überraschend schon in zwei Tagen ankommen – schneller als angekündigt! Hätten wir das früher gewusst, wären wir entspannt am Strand von Playa El Tecolote geblieben.

Das Ersatzteil trifft tatsächlich pünktlich ein. Mit Juan haben wir per WhatsApp einen Termin vereinbart, und am Mittwochmorgen um acht stehen wir in der Werkstatt. Vier Stunden später sind das Radlager, vier neue Bremsscheiben und vorne auch neue Bremsbeläge verbaut. Die alten Scheiben waren stark korrodiert und verdreckt – es dauerte ewig, bis sie sich überhaupt lösen ließen.

Doch dann die große Enttäuschung: Die Fehlermeldungen sind immer noch da. Auch mit dem OBD-Gerät lassen sie sich nicht löschen. Claus und ich sind frustriert. Die ganze Aktion, die Kosten für Radlager und Versand nach Mexiko – und kein Erfolg. Wir brauchen erst einmal einen Tag, um das alles zu verdauen.  

Trotz der Enttäuschung verpassten wir unserem "Dicken" eine Handwäsche - die hatte er auch bitter nötig! ?

Eigentlich hatten wir schon länger darüber nachgedacht, noch einmal rund 800 Kilometer zurück nach Guerrero Negro zu fahren, um in der Laguna Ojo de Liebre eine Waltour zu machen. Ende Dezember waren wir bereits dort gewesen, doch damals waren noch keine Wale angekommen. Jetzt überlegen wir: Sollen wir es wirklich noch einmal wagen?

Regula und Philipp wollen ebenfalls mitfahren – also beschließen wir spontan, gemeinsam loszuziehen. Zwei Tage später erreichen wir die Lagune. Am nächsten Morgen starten wir zur ersten Bootstour. Wir sehen zwar Wale, aber sie bleiben auf Abstand. Unser Bootsführer ist etwas zu zögerlich, und so bleibt das erhoffte Gänsehaut-Erlebnis zunächst aus.

Doch wir geben nicht auf und buchen für den nächsten Tag eine zweite Tour bei einem anderen Anbieter. Der Startpunkt liegt weiter oben in der Lagune – und diesmal werden wir mehr als belohnt. Mehrfach kommen die Wale direkt an unser Boot. Eine Mama mit ihrem Jungtier schwimmt neugierig um uns herum. Ich habe sogar das unglaubliche Glück, einen Wal mehrmals berühren zu dürfen. Ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht machen wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach La Paz. Unterwegs bleiben wir noch an zwei traumhaften Strandplätzen stehen und teilen die lange Strecke in drei entspannte Etappen auf.

Manchmal läuft nicht alles nach Plan. Manchmal geht sogar ziemlich viel schief. Aber am Ende sind es genau diese Höhen und Tiefen, die unsere Reise so besonders machen – und die magischen Momente fühlen sich nach all dem Chaos umso intensiver an.

Waltouren - Laguna Oje de Liebre

Waltour II

Entlang der Carretera Transpeninsula - Mex. 1

Reparatur-Marathon

der "Crash"

La Paz, Baja California Sur

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar 2026

Gute Nachrichten zuerst: Ich bin wieder gesund und topfit – Gott sei Dank! ? Mit neuer Energie machen wir uns in La Paz auf die Suche nach einer Werkstatt, die unser Radlager einbauen kann… sobald es endlich ankommt. Drei Werkstätten klappern wir ab, bis wir schließlich bei Juan landen. Ein sympathischer Typ, der sofort weiß, wovon wir reden. Wir vereinbaren, dass wir uns per WhatsApp melden, sobald das Radlager in La Paz eingetroffen ist. Fingers crossed, dass das wirklich Anfang Februar klappt!

Zwischendurch besuchen wir Anne, die gemeinsam mit Patrick einen Campingplatz mitten in der Wüste betreibt – etwa 15 Kilometer von La Paz entfernt. Neben Palmen, Ruhe und Wüstenflair kümmert sie sich dort auch liebevoll um viele Straßenhunde. Ein absolutes Eldorado für mich, denn ich bin bekennender Hundefan ?. Wenn Claus nicht so vehement dagegen wäre, hätten wir längst einen tierischen Mitreisenden an Bord.

Zurück in La Paz bleiben wir eine Nacht mit Ralph, Regula und Philipp im Peace Center. Und einmal mehr zeigt sich: Die Welt ist wirklich klein. Denn genau dort treffen wir auch Lilith und Sebastian wieder, die auch an Weihnachten in San Ignacio waren, sie sind mit ihren Fahrrädern auf der Panamericana unterwegs. Claus und ich sind tief beeindruckt – was für eine Leistung!

Am nächsten Morgen verabreden wir uns noch spontan mit Markus auf einen Kaffee in der Stadt. Er kennt uns von YouTube und macht gerade Urlaub auf der Baja. Schon wieder so ein verrückter Zufall.

Am Nachmittag zieht es uns raus an den Strand von El Tecolote. Dort treffen wir Regula und Philipp erneut, und am Abend gesellt sich auch noch Torsten dazu, der mit seinem Expeditionsmobil ebenfalls auf der Baja unterwegs ist. Drei wunderbare Tage verbringen wir zusammen – voller Gespräche, Lachen und Meeresrauschen. Wer weiß, wo und wann wir uns wiedersehen. Aber genau das macht das Reisen doch aus: Begegnungen, die bleiben, auch wenn sich die Wege wieder trennen. ?✨

Playa El Tecolote:

La Paz, Peace Center:

bei Anne auf dem Campground:

Ausgeknockt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar 2026

Wir fuhren weiter in Richtung La Paz. Schon von Weitem entdeckten wir einen wunderschönen Strand – und nach unserer ziemlich lauten Nacht in Loreto beschlossen wir ganz spontan, am Playa Juncalito zu bleiben. Eine großartige Entscheidung! Ein traumhafter Platz direkt am Meer, genau das, was wir gebraucht haben.

Dort trafen wir zum ersten Mal Renate und Bernhard aus Rheinzabern. Die beiden sind seit Jahren unterwegs und verbringen immer ein halbes Jahr in Mexiko oder Zentralamerika. Ihr VW-Bus, ein ehemaliges Postauto, hat seit über acht Jahren keinen deutschen Boden mehr gesehen – beeindruckend!

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den beiden, denn wir hatten beschlossen, die 20 Kilometer zurück Richtung Loreto zu fahren und von dort aus in die Berge nach San Javier abzubiegen. Eine richtig gute Entscheidung, denn die Fahrt hinauf auf etwa 1.800 Meter über dem Meeresspiegel war einfach grandios. Atemberaubende Landschaften und eine Straße, die sich durch die Berge schlängelte.

Als wir am Sonntagmittag in dem kleinen Ort ankamen, fand gerade eine Messe in der alten Mission statt. Leider konnte ich, Karin, das besondere Erlebnis überhaupt nicht genießen. Kaum angekommen, ging es mir plötzlich richtig schlecht: Durchfall und Übelkeit setzten mich komplett außer Gefecht.

Eigentlich wollten wir von dort aus über die kleine Bergstraße weiter nach Ciudad Constitución fahren. Doch mein Zustand ließ das nicht zu. Also entschieden wir uns schweren Herzens umzukehren, fuhren die gleiche Strecke zurück und blieben erneut am Strand stehen – genau dort, wo wir schon am Tag zuvor gewesen waren. Als wäre das nicht genug, bekam auch Claus die gleichen Symptome. Keiner von uns war mehr in der Lage zu fahren.

Nach zwei Tagen ging es Claus zum Glück wieder so gut, dass er fahren konnte. Bei mir hingegen wurde es leider immer schlimmer statt besser. Also setzten wir unsere Fahrt Richtung La Paz fort. Kurz vor der Stadt gibt es einen tollen Campingplatz, den wir direkt ansteuerten. Und dort trafen wir – welch ein Glück – wieder auf Renate und Bernhard.

Unsere eigenen Medikamente halfen überhaupt nicht. Renate gab mir schließlich eine Tablette, die endlich Wirkung zeigte. Eine riesige Erleichterung! Vermutlich hatten wir uns eine Lebensmittelvergiftung zugezogen – in Loreto hatten wir uns nämlich ein fettiges Gebäck mit Vanillecreme gekauft. Eine Lehre, die wir so schnell nicht vergessen werden …

Loreto, Pueblo Mágico 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar 2026

Wir machten einen Zwischenstopp in Loreto – und der hatte es in sich. Zuerst standen ein paar praktische Dinge auf dem Plan: Unser Wassertank musste dringend aufgefüllt werden, was zum Glück ganz unkompliziert bei der Purificadoramöglich war. Außerdem gaben wir unsere Wäsche ab, natürlich in der leisen Hoffnung, sie auch vollständig wiederzubekommen ?

Danach ging es endlich ans Erkunden. Loreto ist eine wirklich schöne Stadt mit unglaublich viel Geschichte. Gegründet wurde sie bereits 1697 von den Jesuiten als Mission und war damit die erste und älteste Siedlung in ganz Kalifornien. Bis 1777 war Loreto sogar die Hauptstadt von ganz Kalifornien – also auch von dem Gebiet, das heute der 39. Bundesstaat der USA ist.

Heute trägt Loreto den Titel „Pueblo Mágico“, ein magischer Ort, der für seinen typischen, gepflegten Charakter ausgezeichnet wurde. Und wir können das absolut bestätigen: Uns hat die Stadt richtig gut gefallen und die Auszeichnung ist unserer Meinung nach mehr als verdient.

Nur unser selbst gewählter Stellplatz war leider nicht ganz so gelungen. Wir standen am Ende des Malecóns, es war Freitagabend – und entsprechend laut. Aber nun ja, auch das gehört zum Reisen dazu und Loreto selbst hat diesen kleinen Minuspunkt locker wettgemacht.

Silvester am Playa El Requeson:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dezember 2025 / Januar 2026

Weihnachten war dieses Jahr einfach richtig schön. ?
So weit weg von unserer Familie in Deutschland zu sein, hat diese Zeit zwar besonders gemacht, aber genau das hat es auch so einzigartig werden lassen. Gemeinsam unterwegs, neue Traditionen, neue Orte – Weihnachten auf Reisen fühlt sich einfach anders an.

Nach den Feiertagen ging dann jeder erst einmal wieder seiner eigenen Route nach. Doch eines ist sicher: Auf der Baja sieht man sich immer wieder. Früher oder später kreuzen sich die Wege ganz von selbst.

Claus und ich machten uns auf den Weg weiter Richtung Süden und genossen dabei die traumhaften Strände der Baja. Unser nächstes Ziel: El Requesón. Viele unserer Overlander-Freunde waren schon dort und hatten uns so sehr von diesem Strand vorgeschwärmt, dass wir ihn unbedingt selbst erleben wollten.

Wir kamen früh an und hatten Glück: Karo und Thomas waren bereits da und überließen uns ihren wunderschönen Stellplatz. Am Nachmittag stieß Ralph dazu, und als wir hörten, dass sich die komplette Weihnachtscrew hier zu Silvester wieder treffen wollte, war die Entscheidung schnell gefallen – wir bleiben!

Später gesellten sich auch noch Regula und Philipp aus der Schweiz dazu, und plötzlich waren wir wieder eine richtig tolle Truppe: sechs Campervans und elf Freunde, die das neue Jahr gemeinsam begrüßen wollten.

So lässt es sich definitiv perfekt ins neue Jahr feiern. ✨??

Weihnachten in San Ignacio:

 

 

 

 

 

 

 

 

Dezember 2025

So langsam nähern wir uns der Grenze – und mit Guerrero Negro erreichen wir auch schon die Baja California Sur. Ein ganz besonderer Ort steht ganz oben auf unserer Wunschliste: die Laguna de Ojo de Liebre. Hier ist einer der besten Plätze, um Grauwal-Mamas mit ihren Babys zu beobachten. Die KI behauptet sogar, dass man die friedvollen, aber mächtigen Meeressäuger bereits ab Mitte Dezember sehen kann. Tja … leider sind wir noch viel zu früh! Wieder einmal zeigt sich: Man sollte nicht immer blind auf die KI hören ?
Aber egal – wir kommen ganz bestimmt noch einmal zurück!

Jetzt ist es aber offiziell: Die traumhaften Strände der Baja California Sur warten auf uns. Mit dem Playa de Santispac legen wir direkt einen richtig guten Start hin. Die Idee, einfach am Strand zu stehen und zu chillen, hatten allerdings nicht nur wir. Zahlreiche Amerikaner und Kanadier haben sich hier ebenfalls niedergelassen. Trotzdem finden wir noch einen richtig schönen Platz und bleiben zwei Tage, bevor es weitergeht.

Über die Mex 1 führt uns der Weg wieder etwas ins Landesinnere. Unser nächstes Ziel ist die Lagunenstadt San Ignacio. Schon bei der Ankunft sind wir beeindruckt – vor lauter riesigen Palmen kann man das kleine Dörfchen fast übersehen. Der Campingplatz, den wir ursprünglich ansteuern wollten, liegt direkt an der Lagune unter hohen Palmen, ist aber leider einem Unwetter zum Opfer gefallen und noch geschlossen. Also suchen wir weiter und landen schließlich auf dem Campingplatz Paradiso Maison.

Hier treffen sich Overlander aus allen Ecken der Welt – viele Deutsche, darunter auch Julia und Simon von @sijucampervan. Zusammen mit Tanja, Stephan, Ralph, Karo und Thomas verbringen wir hier ein ganz besonderes Weihnachtsfest. Gemeinsam feiern wir, gehen im kleinen 700-Einwohner-Ort San Ignacio essen und genießen die Zeit miteinander.
Ein wirklich wunderschönes und gelungenes Weihnachten. Viele von uns kannten sich vorher nur über Instagram oder aus der Panamericana-WhatsApp-Gruppe – aber sich persönlich kennenzulernen, ist dann doch noch einmal etwas ganz anderes.

Guerrero Negro - Laguna Oje de Liebre:

Playa San Lucas Cove:

Playa de Santispac:

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